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Herzlich willkommen auf der Website der Kirchgemeinde Rorbas-Freienstein-Teufen.

News

Ihre Arbeit ist wertvoll

  • 26.02.2015
    • Rebecca Altorfer

GEDANKENSTRICH
Seit ich mit Juri, unserem Sohn, unterwegs bin, dauert alles viel länger. Wir halten bei jedem kleinen Bauernhof an. Oder wir beobachten die Bauarbeiter und Bagger auf der Baustelle. Wir schauen den Müllwerkern zu, wie sie unsere Strassen begehbar und sauber machen. Und am liebsten winken wir anderen Eltern mit ihren Kindern oder Spaziergängern mit ihren Hunden, die an uns vorbeigehen.
Mit einem Kleinkind geht nicht nur alles länger, sondern die ganze Welt wird spannender, und ich erkenne stärker den Wert der Langsamkeit. Das, was Sie in Ihrem Alltag tun, ist wertvoll. Die Bauern kultivieren unser Land, pflügen, säen und ernten. Sie sorgen für die Tiere und ernähren uns. Die Bauarbeiter entwickeln neue Wohnflächen oder machen unsere Strassen begehbar. Die Müllwerker schaffen das Chaos weg und stellen Ordnung und Schönheit wieder her. Eltern schützen ihre Kinder und heilen ihre kleinen Wunden. Egal, womit wir uns in unserem Alltag beschäftigen, es hat etwas Göttliches an sich und einen grossen Wert. Denn Gott gab dem Menschen in der Schöpfungsgeschichte einen Auftrag: Auf die Welt aufzupassen.  Adam sollte über die Welt herrschen. Nicht wie ein Diktator. Nicht wie ein Tyrann. Sondern so, wie es ein guter König tun würde. Der Mensch hatte den Auftrag, die Welt zu schützen, zu strukturieren, so dass das Beste aus ihr herausgeholt würde. Sie zu entwickeln und zu kultivieren, damit ihr ganzes Potential genutzt werden kann in allen Bereichen: Schöpfung, Beziehungen, Arbeit. Die Welt sollte aufblühen in ihrer allerschönsten Pracht. Und zwar für alle Lebewesen. So würde ein guter König die Welt regieren, dass es der ganzen Schöpfung wohl ergeht. Das ist der Kulturauftrag, den wir Menschen erhalten haben. Unsere Arbeit, sei es im Büro, auf der Baustelle oder zu Hause, hat einen unglaublichen Wert. Durch unsere Arbeit erfüllen wir den Willen Gottes. Wir gestalten und ordnen die Welt zum Wohle aller.
Wenn Sie das nächste Mal einen Motivationsschub brauchen, schauen Sie Ihre Arbeit mit den Augen eines kleinen Kindes an. Lassen Sie sich auch von kleinen Dingen überraschen und sehen Sie die kleinen Veränderungen, die Grosses bewirken können. Und schauen Sie mit den Augen Gottes: nehmen Sie Ihren Anteil am grossen Auftrag wahr, den Gott uns gegeben hat. Ihre Arbeit ist wertvoll.

 

Begegnungsnachmittag in der Bibliothek Rorbas

  • 16.02.2015
    • Claudia Halbheer

Das Bibliotheks-Team stellte ihr Angebot vor. Drei engagierte Frauen aus unseren Dörfern präsentierten ihre Lieblingsbücher.
Hier ein paar Eindrücke!

 

Der rote Faden

  • 24.01.2015
    • Christoph Schweizer

GEDANKENSTRICH
Zu Weihnachten habe ich einen selbst gestrickten Schal geschenkt bekommen. Das weckte in mir schöne Erinnerungen. Ich fühlte mich unweigerlich in meine Kindheit zurück versetzt, wo sich im Geschenk von Oma für den Enkel neben einem Spielzeug meist auch noch etwas selbst Gestricktes vorfand.
"Stricken ist im Trend und längst nicht nur etwas für Omas". So war es kürzlich in einem Zeitungsartikel zu lesen. Immer mehr junge Menschen greifen wieder zu Nadel und Faden. Bei mir hat sich der Trend aufgrund der negativen Erfahrungen in der Nähschule noch nicht durchgesetzt.
Ich halte es viel lieber mit dem sprichwörtlich "Roten Faden." Eine Predigt sollte beispielsweise einen Roten Faden haben, um den Zuhörern den Inhalt möglichst nahe zu bringen. Wenn etwas keinen Roten Faden hat, dann ist es oft wirr und ohne erkennbaren Zusammenhang.
Doch woher kommt eigentlich der sprichwörtlich Rote Faden?
Der Begriff wird seit Goethes Roman "Die Wahlverwandtschaften" im übertragenen Sinn verwendet. In den einleitenden Bemerkungen zu einem ersten Auszug aus Ottiliens Tagebuch, beschreibt er den Kennfaden der britischen Marine. Er schreibt: „Sämtliche Tauwerke der königlichen Flotte sind dergestalt gesponnen, dass ein roter Faden durch das Ganze durchgeht, den man nicht herauswinden kann, ohne alles aufzulösen, und woran auch die kleinsten Stücke kenntlich sind, dass sie der Krone gehören. Ebenso zieht sich durch Ottiliens Tagebuch ein Faden“.
Das gefällt mir. Ich denke, dass auch jedes Leben seinen Roten Faden haben muss, etwas, das sich durch alles durchzieht. Zwei Aspekte sind mir hierzu wichtig:
1) Der Rote Faden in meinem Leben – das ist meine Persönlichkeit. Sie zieht sich durch das ganze Leben. Natürlich verändert sie sich im Lauf der Jahre und mit wachsender Lebenserfahrung. Ich stelle mir das vor wie bei einem Kieselstein in einem Fluss, der sich mit dem Spiel der Wellen, aber auch in der Begegnung mit Anderen abschleift und verändert. Die Veränderung und Prägung der Persönlichkeit ist ganz normal. Schade ist nur, wenn ich in Gefahr gerate, mich zu verlieren und mir selbst nicht treu zu bleiben oder mich zu etwas umformen lasse, das meiner persönlichen Bestimmung nicht entspricht.
2) Der Rote Faden in meinem Leben kann auch Gott sein. Können Sie das auch so sehen, dass sich da bis jetzt ein Roter Faden durch Ihr Leben gezogen hat und noch zieht, der Ihnen Halt und Orientierung gibt? Manchmal sieht man diesen Roten Faden: Wenn sich eines zum anderen gefügt hat – und ich im Nachhinein sage: Das war kein Zufall. Wenn mir auch das eine oder andere auf Anhieb nicht gefallen hat – im Nachhinein passt es. Und manchmal – nicht immer – kann man selbst im Nachhinein in etwas Schwerem noch etwas Gutes erkennen.
Vielleicht mögen Ihnen diese kurzen Gedanken ein Anstoss sein, einmal nach dem Roten Faden in Ihrem Leben zu suchen, einmal zurückzublicken und zu überlegen, was sich da auf welche Weise zusammengefügt hat und was Sie immer wieder geleitet und begleitet hat. Und ich wünsche Ihnen, dass Sie in Ihrem Leben und in diesem noch jungen Jahr den Roten Faden entdecken – die Spuren Gottes, der Sie begleitet und trägt mit seinem Segen.
Bhüet eus Gott mitenand!

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